März 2026
Die Märzsonne entfaltet bereits ordentlich Kraft und es keimt und sprießt allerorten: In den Anzuchtschalen mit Lieblingsgemüsen auf der Fensterbank, im Garten wo der Frühling leuchtend grün durch die braunen Knospenschuppen der Gehölze bricht, im Staudenbeet, wo sich erste Triebe aus der Erde wühlen, im Rasen, wo frischer Gräserflaum den Frühling begrüßt. So viel Eifer braucht Stärkung- also Zeit zu Düngen, aber nach Bedarf- denn nicht jede Pflanze hat den gleichen Appetit! Es ist auch Pflanzzeit- Vielleicht ein paar neue insektenfreundliche Rosen? Diese „füttern“ nicht nur hungrige Insekten und helfen so der Biodiversität, sie ersparen dem Gartenbesitzer auch Arbeit, da nicht so viel Schneidearbeit im Sommer anfällt- ein Gewinn also für alle!
Zimmer/ Haus
Viele Garten und Balkonbesitzer säen Ihre Tomaten selbst an. Als idealer Ort dient oft eine helle Fensterbank. Bitte beachten, dass im Aussaatsubstrat sehr wenig Nährstoffe beigefügt werden! Wird dann sehr spät pikiert oder nicht flüssig nachgedüngt, kann Nährstoffmangel dazu führen, dass sich dünne, lange Pflanzen bilden die erst sehr spät Blüten ansetzen… Auch die Temperatur spielt eine Rolle nach der Keimung beträgt diese idealerweise um die 18-20°C. Nach draußen dürfen die Pflanzen allerdings erst, sofern die Nachttemperatur nicht mehr unter 10°C fällt. Wenn die Kübelpflanzen im Winterquartier austreiben, ist es an der Zeit mit der Gabe von Dünger und der Steigerung der Gießinterwalle zu Beginnen. Bei manchen Arten wie Enzian oder Hammerstrauch, Mandeville oder Bleiwurz fördert ein Rückschnitt den vitalen Neuaustrieb. Bei Zimmerpflanzen ist Zeit für Frühjahrsputz: Verdorrtes auszupfen oder abschneiden, große Blattpflanzen entstauben und nachdüngen, damit auch die Zimmerpflanzen wieder in die Frühlingssaison starten können.
Gemüsegarten
Wer Schwarz- oder Zuckerwurzeln anbauen möchte sollte diese möglichst noch zu Monatsbeginn aussäen. Bei beiden Kulturen ist wichtig eine ausreichende Wassergabe den Sommer über zu garantieren! Fehlt es an Bodenfeuchte werden bei beiden Arten die Wurzeln holzig und verlieren an Qualität. Eine Hilfe kann sein, den Boden in trockenen Frühsommern entsprechend mit Rasenschnitt o.ä. zu bedecken (Mulchen) oder zwischen den Reihen regelmäßig zu hacken und so die wasserverdunstenden Kapillaren zu unterbrechen. Snackmöhren haben eine kurze Kulturdauer und werden am besten ab März in Sätzen ausgesät. Gemüsearten mit geringerem Wärmebedarf wie Radieschen, Kohlrabi oder Salat können jetzt auch direkt ins Freiland gesät werden, dies ergibt kompakt gewachsene Jungpflanzen. Wer jetzt noch leere Beete düngen möchte, sollte jetzt bei organischen Düngern auf mehlige Formulierungen zurückgreifen, diese werden im Boden schneller in pflanzenverfügbare Nährstoffe umgewandelt.
Ziergarten
Die Rispenhortensie (Hydrangea paniculata) und Ihre Sorten gewinnen in Zeiten zunehmend trockener Sommer, immer mehr an Gewicht: Sie kommen mit gelegentlichem Wassermangel einfach besser zurecht als die altbekannten Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla). Auch die Eigenheit am einjährigen Holz zu blühen, macht die Rispenhortensien interessant, da auch bei starkem Rückschnitt in Herbst oder Frühjahr trotzdem reichlich Blüten vorhanden sind. Rispenhortensien sind auch wesentlich insektenfreundlicher als Bauernhortensien, da in den Blütenständen neben den Scheinblüten auch viele kleine, vertile Blüten mit Pollen und Nektar vorhanden sind. Gartencenter bieten im zeitigen Frühjahr eine große Auswahl an sommerblühenden Pflanzen (z.B. Dahlien, Kronen- Anemonen oder Ranunkeln) in Form von Knollen, Rhizomen und Zwiebeln an. Um daraus ansehnliche Pflanzen zu erhalten, sollten die leider oft ziemlich ausgedörten Speicherorgane aus der Verpackung genommen, einige Stunden in handwarmen Wasser quellen- denn nur aus prallen Knollen werden schöne Pflanzen. Den idealen Zeitpunkt für den Rosenschnitt zeigt uns übrigens die Forsythienblüte an.
Obstgarten
Ab Juli beginnt in manchen Gegenden Bayerns eine Zeit mit relativ feuchtem Wetter und häufigen Regenfällen. Dies führt oft zu vermehrtem Schorfbefall bei Äpfeln und Birnen. Eine Methode dem Befall vorzubeugen, ist die Bäume beim Baumschnitt, auch jetzt im März noch, relativ „luftig“ zu schneiden und die Kronen entsprechend locker aufzubauen, damit Früchte und Blätter nach Regenfällen durch den Wind rasch wieder abtrocknen! Auch bei der Auswahl der Sorten kann auf eine gewisse Resistenz geachtet werden: So sind beispielsweise die Apfelsorten Resista und andere RE- Sorten, Solaris, Florina und Rubinella wenig anfällig. Bei den Birnen werden Alexander Lukas, Conference, und Harrow Sweet als wenig anfällig empfohlen. Wenn an den Baumstämmen noch alte Leimringe vorhanden sind, sollten diese jetzt entfernt werden. Auch für Kiwi ist Anfang März ein guter Schnittzeitpunkt. Hier gilt: Früchte wachsen am diesjährigen Trieb, der dem vorjährigen entspringt, abgetragene drei- oder vierjährige Triebe sollten möglichst entfernt werden. Kiwis bluten sehr stark -besonders an größeren Schnitten- dies schädigt die Pflanzen jedoch nicht.